Diesmal geht es um das große Thema Selbstbewusstsein. Dies liegt mir besonders am Herzen, weil es ein zentrales Thema ist. Unser Selbstbewusstsein entscheidet mit darüber, ob wir erfolgreich sind, ob wir von anderen Menschen respektiert werden und vor allem, welches Ansehen wir in der Gesellschaft genießen. Ein Mangel an Selbstbewusstsein bringt entsprechende Defizite in diesen Bereichen mit sich. In aller Regel führt das zu Problemen: Misserfolg, Unsicherheit, schwaches Durchsetzungsvermögen, mangelnder Respekt und ein geringes Selbstvertrauen. Diese Eigenschaften spiegeln sich ständig in entsprechenden Lebenserfahrungen wider. So entstehen Frustrationen, Depressionen und ein angeschlagenes Selbstwertgefühl, die die oben genannten Probleme bestätigen und verstärken. Es entsteht ein negativer Kreislauf von Gedanken, Emotionen und Ereignissen (Erfahrungen). Bei einem geringen Selbstbewusstsein führen schlechte Erfahrungen zu negativen Gedanken, die negative Gefühle erzeugen, die wiederum schlechte Erfahrungen mit sich ziehen. Dieser Teufelskreis führt dazu, dass das Selbstbewusstsein nachhaltig geschwächt wird.
Ich möchte Ihnen in sieben Schritten aufzeigen, wie Sie diesen Teufelskreis durchbrechen und Ihren negativen Kreislauf in einem positiven umwandeln.
Starten wir zunächst bei den Ursachen. Wie kommt es überhaupt zu einem schwachen Selbstbewusstsein? Hierzu sei zunächst gesagt, dass ein schwaches Selbstbewusstsein nicht in unserer Natur liegt. Viel mehr liegt es in unserer Natur, selbst-bewusst zu sein – was bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein. Ein schwaches Selbstbewusstsein entsteht erst aus einer Aneinanderreihung vieler negativer Lebenserfahrungen, durch den Erhalt von Fehlinformationen und durch falsche Werte, die uns von klein auf vermittelt wurden.
Da sind zum Beispiel Aussagen wie: „Das kannst du nicht“, „Du bist zu dick“, „Du hast ohnehin keine Chance“, „Du bist nur ein kleines Licht“, „Da kannst du so oder nichts ausrichten“ oder auch der Klassiker: „Die Welt/ das Leben ist hart und ungerecht“. Diese Liste von destruktiven Beispielen könnte man jetzt noch endlos fortführen. Ich denke, jeder kennt seine speziellen Beispiele. Das Fatale dabei ist, dass solche Aussagen überwiegend von Menschen kommen, die uns nahe stehen und dadurch einen entsprechend hohen Wirkungsgrad haben. In den meisten Fällen steht keine böse Absicht dahinter. Es handelt sich einfach um gut gemeinten Rat, der leider häufig unangenehme Folgen hat: Weil bereits ein großer Vertrauensvorsprung besteht und eine gewisse Fürsorge dahinter steht, werden solche Aussagen weniger gefiltert als die von außen stehenden Personen. Vieles wird angenommen und geht direkt in unser Unterbewusstsein. Das fängt in der frühen Kindheit an und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Leben. Eine Erfahrung baut auf der anderen auf, und solange wir diesen Kreislauf nicht unterbrechen, geht es immer so weiter. Unsere Freunde und unsere Arbeit suchen wir uns auf dieser Basis. So schaffen wir uns ein soziales Umfeld, mit dem wir unsere Werte teilen und von dem wir dann wieder dieselben Informationen erhalten, mit denen wir immer wieder dieselben Erfahrungen machen. Man erschafft sich also folglich immer wieder dieselbe Realität.

Kann man diesen destruktiven Kreislauf umkehren? Die Antwort darauf ist ein klares JA!

Wie wir bereits festgestellt haben, brauchen wir positive Werte und Informationen, aus denen die entsprechenden positiven Erfahrungen entstehen, die uns selbstbewusst machen. Um dies zu erreichen, helfen Ihnen ein paar wirkungsvolle Techniken.

1. Schritt – Die Liste Ihrer Erfolge

Machen Sie es sich zur Angewohnheit, alles zu notieren, was Ihnen gut gelungen ist. Das hilft Ihnen, sich auf die positiven Seiten Ihres Lebens zu konzentrieren und kurbelt somit den konstruktiven Kreislauf an. Ihre Fähigkeiten werden Ihnen mit jedem Mal bewusster werden. Wenn das Selbstbewusstsein geschwächt ist, neigt man eher dazu, sich auf seine Fehler und Schwächen zu konzentrieren. Deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie sich gezielt und regelmäßig auf Ihre Stärken konzentrieren. Sie werden erstaunt sein, was nach einiger Zeit zusammenkommt. Ideal wäre, wenn sie pro Tag fünf Dinge aufschreiben, die Ihnen gut gelungen sind. Ganz gleich ob privat oder geschäftlich. Schreiben Sie einfach alles auf, was Ihnen ein gutes Gefühl gibt. Am Anfang mag es vielleicht schwierig sein, täglich fünf Dinge zu notieren, aber wenn Sie beständig am Ball bleiben, wird es schnell leichter werden. Versprochen! Und wenn Sie mal wieder an einem Tiefpunkt sind, dann schauen Sie sich die Liste IHRER Erfolge an.

2. Schritt: Dankbarkeit

Dankbarkeit ist eine hervorragende Technik, um sich auf Positives zu konzentrieren. Der Unterschied zwischen einem starken und schwachen Selbstbewusstsein zeigt sich sehr deutlich in der Fähigkeit, aufrichtige Dankbarkeit zu empfinden. Sie haben die Wahl: Trauern Sie dem nach, was Ihnen nicht gelungen ist, ärgern Sie sich über das, was Sie nicht haben? Oder sind Sie dankbar für das, was Sie haben und können?
Dankbar sein bedeutet natürlich nicht, dass Sie sich damit zufrieden geben müssen. Wenn Sie dankbar sind, haben Sie ja die besten Voraussetzungen, auf das, was Sie bereits haben, aufzubauen. Aufrichtige Dankbarkeit zu empfinden gibt uns einen positiven Energieschub, und damit ein gutes Lebensgefühl: Es ist unmöglich, sich schlecht zu fühlen, während Sie Dankbarkeit empfinden.
Deshalb möchte ich Ihnen empfehlen, all die Dinge aufzuschreiben, für die Sie dankbar sind. Auch diese Liste ist kann Ihnen an einem Tiefpunkt sehr hilfreich sein.

3. Schritt: Eigenlob stinkt nicht!

Sie kennen das sicher auch. Wenn jemand über seine eigenen Fähigkeiten spricht, taucht hin und wieder der Satz auf: „Eigenlob stinkt!“. Das halte ich für kompletten Unsinn. Wer gute Leistung bringt, darf auch gerne darüber reden – solange dies nicht in Prahlerei ausartet. Ein gesundes Eigenlob ist nicht nur legitim, sondern auch Balsam für Ihr Selbstbewusstsein.
Darüber hinaus hilft es Ihnen, im Beruf weiterzukommen. Diejenigen, die erfolgreich sind und befördert werden, sind mit Sicherheit nicht diejenigen, die ihr Licht unter den Scheffel stellen. Chefs, Vorgesetzte, Kunden und Partner wollen von Ihrer guten Leistung erfahren! Wer falsche Bescheidenheit übt, ist dadurch sicher kein besserer Mensch. Ganz im Gegenteil. Wer seine Fähigkeiten verschweigt, verweigert in gewisser Weise ja auch seine Hilfe. Von daher: Loben Sie sich selbst! Beginnen Sie den Tag mit einem Lob für sich selbst. Einen noch größeren Effekt hat es, wenn Sie dies vor dem Spiegel tun.

4. Schritt: Substitution – Ersetzen Sie hemmende Eigenschaften durch fördernde

Rufen Sie sich die Eigenschaften ins Bewusstsein, die Sie hemmen. Denken Sie dabei auch an jene Eigenschaften, die Ihnen als Kind häufig nachgesagt wurden und die sich entsprechend tief in Ihr Unterbewusstsein eingegraben haben. Graben Sie alles aus! Es kann sein, dass Sie auf Dinge stoßen, die Sie wütend oder traurig machen. Das ist vollkommen verständlich. Gerade dann ist es besonders wichtig, dass Sie diese Eigenschaften durch solche ersetzten, die Sie glücklich und selbstbewusst machen.
Aussagen wie: „Du hast zwei linke Hände“ ersetzen Sie durch: „Ich bin sehr geschickt in allem, was ich tue“. Sätze wie: „Du bringst nur Unglück“ durch: „Ich bin eine Bereicherung für meine Mitmenschen“. Aus „Du kannst doch da ohnehin nichts ausrichten“ wird: „Ich bin eine große Hilfe für die Menschen, die mich brauchen“.
Nehmen Sie sich hierfür ein großes Blatt Papier und teilen dieses der Länge nach mit einer Linie. Auf der linken Hälfte notieren Sie sämtliche Eigenschaften und Aussagen, die Sie hemmen. Auf der rechten Hälfte ersetzen Sie dann jede dieser hemmenden Eigenschaften durch die entsprechenden positiven Eigenschaften, die Ihnen förderlich sind.
Trennen Sie nun das Blatt entlang der Linie. Verabschieden Sie sich von der Hälfte mit den hemmenden Eigenschaften, verbrennen oder zerreißen Sie sie. Die Hälfte mit den positiven Eigenschaften platzieren Sie am besten dort, wo Sie diese morgens und abends sehen können, wenn Ihr Unterbewusstsein am aufnahmefähigsten ist. Das Schlafzimmer oder das Badezimmer bieten sich dafür an.
Ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass dies auf keinen Fall Verdrängung ist. Viel mehr geht es um die Identifikation unseres wahren Selbst und unserer wahren Fähigkeiten. Denn es ist die Natur jedes Menschen, ein starkes und gesundes Selbstbewusstsein zu haben – mit allen positiven Effekten.

5. Schritt: Affirmation und Visualisierung

Um diesen Schritt auszuführen, ist es hilfreich, wenn Sie sich in einem entspannten Zustand befinden. Dabei helfen Ihnen zum Beispiel Entspannungsübungen wie Yoga, Autogenes Training, oder Meditation. Auch beruhigende Musik ist gut geeignet. Sie können auch einfach Ihre Augen schließen und sich auf Ihre Atmung konzentrieren. Achten Sie darauf, dass Sie ruhig durch den Bauch atmen.
Entspannen Sie sämtliche Muskeln und beruhigen Sie Ihre Gedanken.
Nun stellen Sie sich vor, dass Sie über ein starkes Selbstbewusstsein verfügen. Machen Sie sich die Eigenschaften bewusst, die Ihr neues, starkes Selbstbewusstsein ausmachen. Stellen Sie sich bildlich vor, wie Sie diese Eigenschaften im Privat- und Berufsleben umsetzen. Versuchen Sie nachzufühlen, wie sich der Respekt und die Anerkennung anfühlen, mit denen Ihnen jetzt die Menschen begegnen. Schreiben Sie sich diese neuen Eigenschaften auf. Damit hauchen Sie ihnen Leben ein.
Setzten Sie in jedem Fall die Worte: Ich bin … vorweg – verwenden Sie unbedingt die Gegenwartsform. Zum Beispiel: „Ich bin jetzt vollkommen selbstsicher und redegewandt.“ So bekommt Ihr Unterbewusstsein eine neue, positive Programmierung, die den konstruktiven Kreislauf fördert. Diese Übung sollte unbedingt täglich gemacht werden. Übrigens: Ihr Unterbewusstsein ist nach dem Aufstehen und kurz vor dem Schlafengehen am aufnahmefähigsten.

6. Schritt – Das soziale Umfeld

Unterschätzen Sie nie den Einfluss des sozialen Umfeldes. Es kann uns motivieren und pushen, oder uns mit seinem Pessimismus gnadenlos runterziehen.
Zyniker, die sich um ihr Leben betrogen fühlen, stellen hier eine besondere Gefahr dar. Häufig halten sie sich für besonders intelligent und abgeklärt, weil sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, alles und jeden zu entlarven. Dabei entlarven sie eigentlich immer nur sich selbst. Weil sie sich dies nicht eingestehen können, projizieren sie es lieber auf andere.
Wichtig ist, dass Sie solche Dinge für sich erkennen und entsprechende Äußerungen nicht an sich heranlassen. Sofern es geht, sollten Sie diesen Personen Ihre Aufmerksamkeit entziehen und sich mehr den Personen zuwenden, die Ihnen ein gutes Gefühl geben und Sie aufbauen. Auch hier kann eine Liste hilfreich sein. Das Gute dabei: je mehr sie in den positiven Kreislauf kommen, desto mehr konstruktive und hilfreiche Menschen ziehen Sie in Ihr Leben. Ihr soziales Umfeld wird so immer mehr zu einer Bereicherung für Sie.

7. Schritt – Verantwortung übernehmen

Last but not least! Verantwortung zu übernehmen ist der wichtigste Schritt zu einem starken Selbstbewusstsein. Er ist unabdingbar! Nur wenn wir Verantwortung übernehmen, können wir auch etwas bewirken. Wenn wir Verantwortung auf andere abwälzen, begeben wir uns in die Fremdbestimmung. Andere – nämlich die, denen wir die Schuld geben – haben dann die Macht über uns. Solange das so ist, haben wir keine Chance, auch nur das Geringste zu ändern.
Verantwortung zu übernehmen ist anfangs vielleicht ein bisschen unangenehm und in einigen Fällen schwierig nachzuvollziehen. Auf Dauer verschafft es Ihnen aber die Freiheit, Ihr Leben selbst zu gestalten. Die Menschen in Ihrem Umfeld werden Ihnen immer mehr mit Respekt begegnen. Sie genießen ein höheres Ansehen und das, was Sie sagen, wird an Gewicht gewinnen.
Immer mehr Menschen werden Sie als eine Bereicherung wahrnehmen. Reflektion ist hierbei eine große Hilfe. Indem Sie schwierige Situationen noch einmal überdenken, werden Sie feststellen, wo sich ihr Einflussbereich befindet. So können Sie diesen entsprechend erweitern.

Wenn Sie diese Schritte täglich anwenden, werden sich nach wenigen Wochen erste Erfolge bemerkbar machen. Wichtig ist nur, dass Sie am Ball bleiben. Akzeptieren Sie es, wenn es Rückschläge gibt, aber lassen Sie sich auf keinem Fall entmutigen. Jeden Rückschlag, den Sie überwinden, stärkt Ihr Selbstbewusstsein und ist damit ein großer Vorteil für Sie. Betrachten Sie also jeden Rückschlag als eine gewinnbringende Herausforderung.

Beim Durchführen dieser sieben Schritte wünsche ich Ihnen vom ganzen Herzen sehr viel Erfolg und möchte Ihnen noch ein Zitat von Winston Churchill mit auf den Weg geben: „Never give up! Never, nerver, never!“ („Gib niemals auf! Niemals, niemals, niemals!“)

Herzliche Grüße

Ihr Stephan Zeeh


Stephan Zeeh
Stephan Zeeh

https://erfolg-intuitiv.de/stephan-zeeh

    1 Response to "In 7 Schritten zu einem starken Selbstbewusstsein!"

    • […] Da sind zunächst einmal unsere Werte. Also das, was für uns wichtig und wertvoll ist. Jeder Mensch hat verschiedene Werte, die er nach entsprechender Priorität eingestuft. In den meisten Fällen geschieht dies unbewusst, wodurch leider allzu oft fremde Werte suggeriert und gelebt werden. Wer sich ein fremdes Wertesystem auferlegen lässt, befindet sich in Fremdbestimmung und ist von den Entscheidungen und der Meinung anderer abhängig. Viele Menschen trauen sich einfach nicht, ihr eigenes Wertesystem festzulegen und klar zu kommunizieren – also persönlich Stellung zu beziehen. In solchen Fällen ist es dringend erforderlich, das eigene Selbstbewusstsein nachhaltig zu stärken. Dafür finden Sie hilfreiche Tipps in meinem Artikel: „In 7 Schritten zu einem starken Selbstbewusstsein“. […]

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